Vanille-Éclairs, Macarons und Cannelés waren gerichtet bei Wein & Co am Schottentor. Die Brücke nach Frankreich schlug ein Schaumwein. Ganz in Rot–Weiß–Rot gekeltert im Weinviertel und doch vom französischen Mousseux-Esprit inspiriert. Das zeigt auch das Poster im Stil alter Schultafeln, das die Rebsorten hinter dem Sekt „L’Autrichienne“ auflöst: St. Laurent, Welschriesling und Zweigelt kommen zu einer unkonventionellen Assemblage zusammen. Sie wurden bei Marion und Manfred Ebner-Ebenauer 2018 geerntet. Und das in der kalkigen Lösslage „Alte Geringen“, in der bis zu siebzigjährige Rebstöcke stehen.
Diese österreichische Assemblage, die ohne Veltliner oder Riesling auskommt, folgt dem Erstling, der 2017 gefüllt wurde. Diese „L’Autrichienne“ war etwas sperriger und ein Sekt, der durchaus das Karaffieren vertrug – das halten gute Schaumwein übrigens ohne großen Prickel-Verlust aus. Auch für die Winzer wirkt die 2018er-Edition „gelassener“, wie sie bei der Präsentation sagen. Doch kommen wir zum Vintage 2018 im Detail!
Anfangs noch ein wenig schüchtern, liefert die prickelnde Mademoiselle dann nach einer Weile im Glas viel Kernobst. Vor allem die Birne setzt sich im Duft fest. Ein dezenter Rauch-Ton vergeht dafür mit der Zeit und macht Platz für Zitronenschale, die ein wenig frischer wirkt als die noch später in die Nase steigende Limettenzeste.
Was im Geschmack als erstes auffällt, ist eigentlich ein taktiler Reiz – die extrem feinperlige Kohlensäure. Präzise steigen die Perlenschnüre auf, das kann man hie schmecken und doch ist die neue „Österreicherin“ ein mundfüllender Schaumwein, kein „Kärcher“ oder Laserschwert an Perlage.
Der feine zitrische Zug prägt auch den Eindruck am Gaumen; ein wenig Salzigkeit kommt im Finish dazu, was insgesamt zum Nachhall wie von Salzzitronen („Belkis“) wird. Dazwischen hat der Gelbe Apfel seinen kühlen Auftritt, der zeigt aber nur kurz auf, denn an Stelle der Frucht ist hier Struktur getreten. Marion Ebner-Ebenauer bestätigt diesen trinkprotokollarischen Eindruck: „Es gibt gar keine Dosage“. Und auch das Hefelager wurde gegenüber dem Vorgänger verlängert. Unter sieben Jahre „sur lie“ will man keinen Schaumwein abfüllen, lautet das Credo. Und auch der Säureabbau trägt zum gelungenen „Entrée“ der neuen „L‘Autrichienne“ bei.
Bezugsquelle:
Weingut Ebner-Ebenauer, „L’Autrichienne“ 2018 Zero Dosage ist um EUR 50,- im Pre-Sale bei allen Wein&Co-Filialen bzw. im Webshop erhältlich, danach wird die Flasche EUR 59 kosten, www.weinco.at





