Schon der Name freut uns als alten Lateiner. Denn einerseits hat das international übliche „Collaboration“ für die Zusammenarbeit von Brauern an einem Sud im Deutschen immer einen bitteren Beigeschmack. „Concordia“ klingt da deutlich besser. Zumal ja das Herz (cor, cordis – „konsonantische Deklination“, musste man bei Pater Gerer selig sofort wissen!) mitschwingt. Eines Herzens oder Sinnes waren die Prämonstratenser im Mühlviertel mit den benediktinischen Brüdern am „Heiligen Berg Bayerns“ Andechs bei der Brau-Kooperation. Optisch zeigt das Etikett das dem Kundigen an – die Farben des Habits, der Ordenskleidungen, teilen das Label. Schwarz und Weiß, das die Patres tragen, ist aber nur ein Merkmal des Brauens über die Grenzen hinweg. „Concordia“ lässt den bayrischen Stil schlechthin aufleben – aber eben mit Mühlviertler Akzent: Weißbier vulgo Weizen.
Ersonnen haben dieses „Collaboration Brew“ Braumeisterin Karin Thaller von Stift Schlägl und ihr Braumeister-Kollege Johannes Hartwig von der Klosterbrauerei Andechs. Der Hopfen kam wie erwähnt aus dem Mühlviertel und gibt mit der Sorte Cascade eine neue fruchtige Note ab. Doch da greifen wir vor! Also, hier in trinkprotokollarischer Abfolge, wie das „Concordia“ mundet.
Optisch haben die „einträchtigen“ Brauer schon mal gute Arbeit abgeliefert: Getrübtes Goldbraun mit dichtem, weißem Schaum kommt ins Glas. Die Nase freut sich über einen feinen, aber nicht übertriebenen Nelken-Duft – er erinnert an das gemahlene Gewürz. Und die fruchtigen Ester-Noten? Da liefert das „Concordia“ anfangs mehr Steinobst, vor allem Weingartenpfirsich, als die typische Banane. Im Antrunk zeigt sich das 5,8% vol. starke Weißbier schlanker als erwartet. Das bringt aber auch eine gut dosierte Malzsüße mit sich. Manchen Biertrinker, dem ein „Weizen“ zu mollig ist, wird das schon überzeugen.
Uns gefällt vor allem der potente Hopfeneinsatz. Er kommt spät zur Geltung, bringt im Finale aber seine volle Kraft zum Einsatz. Das tariert auch die Bananen-Akkorde aus. Denn auch sie sind nun da. Aber auch das nicht üppig wie bei vielen „Weißbier-Nachspeisen“. Vielmehr denkt man an Bananenchips. Und natürlich heben die Öle des Cascade-Hopfens auch das Trinkanimo. Was bei einem Weißbier immer wichtig ist.
Eine Empfehlung aus dem Stift Schlägl sei noch geteilt, weil sie in der Tat bestens zur Festweißen der Ordensbrüder passt: Gegrillter Käse, vor allem Cheddar, ist ein idealer Partner. Und ja, das kann ein ganz gewöhnlicher Toast sein. Da herrscht dann „Concordia“ am Teller und im Glas!
Bezugsquelle:
Kloster Andechs/ Stift Schlägl, „Concordia“ (0,5 Liter-Flasche) kostet EUR 2,- im Webshop von Schlägler Bier, www.stiftsbrauerei-schlaegl.at






