Wenn die Anno 1270 (!) gegründete Brauerei Hirt von einer „zeitgemäßen Produktinnovation“ spricht, kann es nur um eines gehen. Das „Helle“ war in den vergangen drei Jahren plötzlich auch in Österreich da. Zuvor hatte der einst verfemte Bierstil – aus Sicht der Traditionalisten war das „Lager light“ nicht ernst zu nehmen – seinen Siegeszug in Deutschland angetreten. Fast aus dem Stand ist das früher auf den Süden der Bundesrepublik (vor allem: Bayern!) beschränkte „Helle“ zur Nummer 2 im Absatz mutiert.
Diese Bedeutung kann es in Österreich nicht beanspruchen. Dass es leichter und in der Regel auch kalorienärmer (durch weniger Maltose) ist, sind aber starke Argumente für den aktuellen Biermarkt. Insofern sieht Hirter-Chef Niki Riegler auch großes Potential am Zapfhahn für das 3,8% vol leichte Bier namens „Hello“. Gebraut wurde es mit zwei Mal-Sorten, dem Pilsner und Münchner, Braumeister Raimund Linzer suchte vor allem nach „wahrer Stärke in der Leichtigkeit“.
Das kann man nachvollziehen, auch ohne den Farb-Fächer zu zücken, mit dem Biersommeliers „Bernstein“ von „Hellbraun“ unterscheiden. Denn das Gold ist hier durchaus intensiv im Glas, auch der Duft bringt neben dem hellen Getreide einen Anflug Bananenchips mit. Cornflakes erstehen vor dem geistigen Auge; lediglich Hopfen ist kaum zu erschnuppern. Am Gaumen allerdings ändert sich dieses Bild. Denn fast stahlig kühl startet das „Hello“. Der Mittelteil hingegen bringt mit Limettenschalen – den harten, nicht den spritzig-ätherischen – mit. Damit ergibt sich eine gute „Drinkability“, auch der Durstlöschfaktor des „Hellen“ aus Hirt ist hoch. Wichtig für diesen Typus: Es darf nicht banal sein. Und da hat das „Hello“ gerade genug Kantigkeit und Geschmack. Sicher noch einmal mehr aus der Zapfanlage – das könnte viele Gästen gefallen.
Bezugsquelle:
Privatbrauerei Hirt, „Hello“ ist um EUR 1,74 (im 20×0,5 Liter-Pack) direkt im Hirter-Webshop erhältlich, https://shop.hirterbier.at





