Begonnen hat die Bekanntschaft mit den Brauern aus dem oberösterreichischen Sandl im Hotel. Denn in der vorzüglich kuratierten Bier-Karte des Bergerguts gab es auch ein „Senfbier“. Und damit war klar, was ins Glas zu kommen hatte. Noch besser wurde es in der würzigen Abteilung bei einer „Tomaten-Gose“, die schon mediterran-salzig mundete im Mühlviertel. Doch es gibt auch noch andere Spezialitäten, die bei Katrin und Matthias Schett alias Schettis gebraut werden. „Wald“ etwa ist selbsterklärend. Und doch wieder nicht.
Denn auch wenn Zirbe als Aroma-Geber neben einem Potpourri an Hopfen fungiert, geht es nicht um eine harzige Nadelwald-Anmutung. Das zeigt der Stil-Typ des 5,8% vol. starken Bieres. Als „American IPA“ spielt auch die Bittere eine Rolle – immerhin 57 Bittereinheiten (IBU) sind es geworden. In der Nase merkt man das weniger, hier kommt Zitronenabrieb und weiße Ribisl durch, ein wenig auch helle Trauben. Allenfalls ein bisschen Duft eines Pinienwalds stellt sich seitens des Namensgebers des „Wald IPA“ ein. Geschmacklich dreht sich das Bild und der Angelpunkt dabei ist das Malz, das eine leichte Süße einbringt. Damit hat die Säure einen Gegenpart, aber auch die Bittere wird ein wenig gemildert. Sie tritt früh auf, hängt dafür nicht nach. Das Finale überlässt sie den nun deutlichen „waldigen“ Noten und einem Touch Grünen Pfeffer (dem in der Lake).
Das „Eno“ der Schettis wiederum bespielt die kleine Neigungsgruppe „Bier mit Trauben“. Mit 6,9% vol hat man sich auch getraut, Kanten zu zeigen, das gilt aber nicht nur bei den „technischen“ Parametern dieses Bieres. Mit dunklem Goldgelb rinnt es ins Glas (wir nahmen das Diplom-Biersommelier-Glas von Sahm) und das erste „Stinkerl“ erinnert in der Tat an Wein, den Namensgeber. Säurig ist der erste Duft, dann kommt Blätterteiggebäck („sfogliattini“) dazu und viel Orangenschale. Dass sich Matthias Schett auskennt in Sachen Hopfen und Malz, zeigt der Besuch der Brauerei-Homepage. Denn wie auch wir rät er dazu, das „Eno“ atmen zu lassen. Dann kommt der Bier-Charakter besser durch.
Für’s Erste ist nämlich der süffige Stil, der an Weißweine mit Säure und Zitronen- und Pomelo-Geschmack erinnert, kaum malzig geprägt. Engmaschig und angenehm herb lässt einen das Kreativbier ordentlich „einspeicheln“. Es ist ein leichtfüßiges und auf seine eigene Art sehr „zischiges“ Bier geworden, wobei man mit mehr Geduld auch das helle Malz besser wahrnimmt. Für alle, die wie wir noch dem grandiosen „Lemon Thyme“ der Wiener Manufaktur „Next Level Brewing“ nachtrauern – hier käme ein potentieller Nachfolger. Zumindest, was die Qualitäten als Begleiter von weißem Fisch betrifft.
Bezugsquelle:
Schetti’s Braumanufaktur, „eno“ ist um EUR 2,90 (0,33-Liter-.Flasche) erhältlich, das „Wald“ kostet ebenso 2,90 EUR, beide im Webshop der Oberösterreicher, www.schettis.beer





