Es ist schon ein paar Jahre her, dass wir über die finnische Destillerie Kyrö geschrieben haben. Das war hier 2021. Doch noch länger her ist der Serien-Start von Game of Thrones. Schnell noch selber raten…..na? Es sind heuer 15 Jahre, dass die Saga um die verfeindeten Familien von Westeros ihr Debüt feiert. Zwar gibt es natürlich schon einige Whiskys mit den Trademarks des Senders HBO bzw. von Warner Bros. Discovery Global Consumer Products. Doch dass die Nordlichter aus Isokyrö nun zwei Abfüllungen vorliegen, ist durchaus ein Coup. „Winter is coming“ kann man da mal wörtlich nehmen.
Wobei für das Whisky-Duo eher ein anderes Motto Pate stand. „Fire and Blood“ verbindet sich mit den Targaryens, die ja in der dritten Staffel des Prequels „House of Dragon“ auch aktuell gegeneinander kämpfen. Und so wie die weißblonden Haare der Drachenreiter gehört der Roggen zu den Bränden von Kyrö. Er spielt auch bei der „GoT“ die Hauptrolle. Für den „Whisky of Blood“ reifte der Roggenmalz-Brand in ehemaligen Bourbon- und französischen Eichenfässern und wurde mit 46% vol. abgefüllt.
Er soll „einen leichteren, feineren Charakter“ im Duett aus Feuer und Blut repräsentieren, so die Destillerie. Diese Beschreibung mag sicher im direkten Vergleich – dazu gleich mehr – stimmen. Für sich ist auch der „Whisky of Blood“ ein herrlicher, weil unverkennbarer, Roggenwhisky: Man denkt an Pumpernickel, den leicht säuerlichen Holz-Leim und genießt den typischen „Stinker“, der zum Rye Whisky so dazugehört wie zum Pinot Noir das „Burgunderstinkerl“. Dicht und auch von der Textur her fast zum Beißen ist dieser finnische Malt dann im Mund. Zu diesem „chewy“ Whisky passt auch der Geschmack von Karamell; es ist aber ohne Süße am Gaumen präsent. Zusammen mit der dunklen Schokolade-Anmutung des Roggens ergibt das einen Geschmack wie „Storck Riesen“.
Doch da sind auch reichlich Gewürze, die man den französischen Fässern zuschreiben mag. Asafoetida notiert man nicht so oft. Doch in diesem Fall ist das indische Gewürz ebenso da wie getrockneter Estragon und Esskastanie. Lediglich im Finish kommt dann der jugendliche Charakter zu stark durch. Das Eichenholz unterbricht die Gewürz-Schwärmerei und legt sich mit merklichem „Pfefferl“ und einem Bitterschokolade-Akkord ins Zeug.
Der zweite Kyrö-Malt aus der „GoT“-Edition kann das aber leicht toppen. Hier griff Master Distiller Kalle Valkonen zu geräuchertem Roggenmalz. Und schon beim Einschenken liefert der Whisky of Fire“ Rauch und Medizinal-Töne als wäre er der Apothekerschrank in einer Gummi-Fabrik – da passt der Name einmal so richtig! Dahinter muss man ein wenig konzentriert schnüffeln, damit mehr als der markante Rauch da ist. Aber ja: Haselnuss-Krokant deutet ein wenig in Richtung der verwendeten Rumfässer. In ihnen reifte der Malt aus Ex-Bourbonfässern in Isokyrö nach.
Relativ rund ist auch der erste Schluck des 46,6% vol starken Kyrö. Mit der Mischung aus Salz und Rauch hat er etwas von einer Laugenbreze. Auch hier ist der Roggen als Basis nicht zu leugnen: Im letzten Drittel erinnert der Geschmack an Heiße Schokolade und Mokka zu gleich. Denn auch ein Alzerl Rauch hat sich der „Whisky of Fire“ für das Rückaroma aufgespart. Da sieht man dann fast schon wirklich die Drachenreiter dahinziehen über „Königsmund“…
Bezugsquelle:
Kyrö Distillery, „Whisky of Blood“ kostet wie auch der „Whisky of Fire“ EUR 69,90 (0,7 Liter) im Online-Shop delicando, www.delicando.com




