Die Zeiten, in denen das rechte Donauufer im Schatten von Spitz und Dürnstein lagen, sind zumindest beim Wein vorbei. Die kühlere Seite der Donau hat nicht die extreme Hitze der Steillagen zu bieten. Und das erweist sich mittlerweile als Vorteil. „Wir sind die Cooleren“, kann man als Wahlspruch der Winzer sehen, auch wenn sie vom Weltruhm am anderen Ufer einiges trennt, darunter die eigene Bescheidenheit.
Deshalb freut es immer wieder, wenn eine Flasche vom rechten Ufer geöffnet wird. Diesmal war es der Ortswein „Rossatz“ von Josef Fischer. Der Grüne Veltliner wird als Federspiel gemäß der Wachauer Nomenklatur gefüllt und zeigt sich in einer knackigen frühen Form, denn es ist schon der Jahrgang 2025, der ins Glas kommt.
Der Zitronen-Duft ist prägend und nimmt die Frische des Veltliners schon vorweg. Fruchtfleisch und Schale zugleich sind zu riechen, dazu eine gefleckte Marille. Man soll Fischers „leichten“ Wein nicht unterschätzen – er braucht definitiv Luft. Dann kommt auch die würzige Seite gut zur Geltung. Der leichte Kalkanteil der Lage kühlt die Eindrücke, doch ein Touch Zichorie mit herben Einsprengseln ist zu erkennen. Am Gaumen setzen sich diese Eindrücke fort. Die Pfeffer-Würze – gemahlene weiße Körner – setzt schon früh ein und hilft dem Trinkfluss. Engmaschig, sehr kühl und erneut mit dezentem Zitrus-Touch rollt er über die Zunge. Diesmal ist es eher Grapefruit, die wir trinkprotokollieren. Die 12,5% vol stehen dem 2024er gut
Bezugsquelle:
Weingut Josef Fischer, Grüner Veltliner „Rossatz“ Federspiel 2025 kostet EUR 14,90 in den Filialen von Wein&Co bzw. im Webshop, www.weinco.at




