Die Freude war groß bei Gerald Petö. Noch vor Weihnachten trafen die 267 Flaschen nämlich ein, die das Einzelfass „Peallach“ hergegeben hat. Damit kam ein seltenes Label zum Einsatz. Denn eine Destillerie dieses Namens gibt es nicht. Gebrannt hat das knapp zehnjährige „Lebenswasser“ (27 Tage fehlten zu den „10 years“) nämlich die Tobermory Distillery. Auf der Isle of Mull gelegen, versorgt sie bekanntlich die Whisky-Freunde mit zwei Brennstilen. Ist getorftes Rauch-Malz im Spiel, dann wechselt man von „Tobermory“ zum Etikett „Ledaig“. So hieß nämlich die erste Brennerei, die bereits Anno 1798 eröffnet wurde.
Doch dann gibt es auch noch jene rauchigen Single Malts, die man unabhängigen Abfüllern liefert. Und genau für sie hat man die Bezeichnung „Peallach“ reserviert. Von dieser stark getorften Charge hat sich nun Single Malt-Freund Petö ein Fass für seine Whisky Purbach-Selektion sichern können. Mit 57,9% vol als „cask strength“ zeigt sich die Kraft dieses Malts, doch spannend ist auch die recht dunkle Farbe. Sie verdankt sich einen nicht näher spezifizierten spanischen Rotwein. Er befüllte das Fass, ehe der „Peallach“ hineinkam. Und da man sich für einen puristischen Malt entschied, der auch nicht gefärbt wurde, sieht man das auch. Und dem Eindruck fürs Auge folgt ein starkes Antritt in der Nase.
Der Torfrauch kommt hier unverkennbar und sofort beim Öffnen der Flasche durch. Als Mischung aus Rauchmandeln und Buchen-Scheitern darf man ihn sich vorstellen. Jod und Algen sucht man hingegen vergeblich; aus Mull kommt eine deutlich andere Art von „smoke“ als von Islay! Orangen-Gelée ist auch zu riechen hinter dieser kantigen Front, bisweilen wabert auch Steinobst – Pfirsich vor allem – durch die rauchigen Nebelschwaden. Am Gaumen kommt dann eine schöne nussige Note zum Vorschein, geröstete Haselnuss wird aber von viel salzigem Ausdruck begleitet. Lang und sehr würzig ist der „Peallach“. Zumal ab dem mittleren Gaumen auch die Chili-Schärfe des Fass-Stärken-Alkohols einen weiteren Akzent setzt.
Womit wir bei der idealen Art wären, diesen Tobermory-Whisky zu genießen. Denn etwas Wasser darf durchaus ins Glas. Und dann ergibt sich eine Verwandlung, die Nussigkeit zu Erdigkeit werden lässt. Cremig kommt die Einzelfass-Auffüllung dann daher. Und der Geschmack erinnert an Steinpilze und Champignon-Creme. Auch dunkle Schokolade, schmelzig wie Kuvertüre, ist zu schmecken. Doch keine Angst: Der „spice“ des Torfrauchs bleibt erhalten, er hat aber deutlichere Gegenspieler. Und alle, die schnell sind, haben damit einen wirklich interessanten Single Malt zu entdecken.
Bezugsquelle:
Peallach, Peated (2015-2025) für Whisky Purbach kostet EUR 95,- (0,7 Liter-Flasche), so lange der Vorrat der 267 Flaschen noch reicht, www.whisky-purbach.at




